Miroloi

Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer wie der Bethaus-Vater und der buckelige Weber das Sagen. Frauen dürfen zwar Brot backen, Ziegen hüten, die Kinder erziehen, aber auf keinen Fall lesen und schreiben lernen. Der Ältestenrat bestimmt das dörfliche Leben, es lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Das Findelkind stellt sich als Außenseiterin gegen alle Regeln, lernt heimlich lesen, verliebt sich und bekommt wider jeglicher Tradition einen eigenen Namen - Miroloi. Die archaische Dorfgemeinschaft macht es dem Mädchen und später der jungen Frau nicht einfach. Als Leser versucht man, die Zeitebene und Gegend einzuordnen, 20. Jahrhundert, eine griechische Insel fernab der Zivilisation? Letztendlich spielt das bei der universellen Frage der Emanzipation des Einzelnen - Mann wie Frau - keine Rolle und trägt so zu einer allgemeingültigen Erklärung der Position des Individuums in unserer Gesellschaft bei.

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